Nervenkitzel auf dem Kelani-Fluss
Rafting und Canyoning sind zwei originelle Möglichkeiten, Sri Lanka zu erkunden. An Bord eines Schlauchboots oder direkt im Wasser lässt man sich von der Strömung des Flusses Kelani treiben. Spritzer, Spaß und Abenteuer stehen bei diesem etwas anderen Ausflug auf dem Programm.
Ein Ausflug in die Natur
Der Fluss Kelani ist mit einer Länge von 145 Kilometern der viergrößte Wasserlauf Sri Lankas. Er entspringt am Fuß des berühmten Adam‘s Peak und beginnt von dort seine Reise in die Stadt Colombo, das Wirtschaftszentrum der Insel. In der Nähe der Stadt Kitulgala sprengt die umliegende Landschaft alle Superlative. Die bewaldeten Felswände, die in den reißenden Fluss ragen, sind ein spektakulärer, grandioser Anblick. Wer in diesem Vogelschutzgebiet nach oben blickt, kann vielleicht einen Ceylonkuckuck, einen Rotgesicht-Malkoha oder einen Malabar-Grautoko mit seinem langen Schnabel entdecken, während sich in den Blättern der Bäume kleine und große Eidechsen verstecken. Der Zauber dieses kleinen Fleckchens Erde ist übrigens auch Hollywood nicht entgangen. Hier wurde der mit einem Oscar ausgezeichnete Film „Die Brücke am Kwai“ gedreht. Das extra für die Dreharbeiten errichtete Gebäude gibt es heute zwar nicht mehr, aber die Natur ist noch genauso üppig wie im Film.
Durch die Stromschnellen
Zur vereinbarten Zeit wartet der Gruppenleiter am zuvor abgemachten Treffpunkt auf die Abenteurer des Tages. Zuerst bekommt jeder die nötige Sicherheitsausrüstung. Schließlich will man Spaß haben, nicht sein Leben riskieren. Mit Schwimmweste und Helm ausgestattet geht es im Pick-up durch den Wald. Die Landschaft fliegt vorbei und hier und da blitzt das Wasser des Flusses zwischen den Bäumen auf. Nur noch wenige Minuten, bis man endlich die Füße ins Wasser tauchen kann. Am Ziel begeben sich alle Abenteurer ans Ufer und lauschen aufmerksam den Anweisungen des Gruppenleiters. Wie, wann und in welche Richtung gerudert werden muss oder was bei einem Sturz ins Wasser zu tun ist. Alle Details werden angesprochen. Endlich kann das Abenteuer beginnen.
An Bord des Rafts wagt sich die Besatzung in die Strömung. Die ersten Ruderschläge und die Fahrt flussabwärts beginnt ... Erst noch langsam, sodass genug Zeit bleibt, die grandiose Landschaft zu bewundern. Über dem Plätschern des Wassers ertönt hier und da das Zwitschern der Vögel. Plötzlich tauchen in der Ferne die Stromschnellen auf. Auf Anordnung des Gruppenleiters rudern alle stärker. Der Adrenalinspiegel steigt. Das Boot wird kräftig durchgerüttelt. Durchnässt, aber lachend fahren die Amateur-Seefahrer weiter flussabwärts. Weiter unten werden die Wasser ruhiger und die Abenteurer nutzen die Auszeit für einen Sprung ins kühle Nass. Nach dem Nervenkitzel eine wohlverdiente, erfrischende Pause.
Canyoning oder Rafting? Oder warum nicht beides?
Wer den Tag lieber im Wasser verbringt, kann sich für Canyoning entscheiden und den Fluss und seine Landschaften mitten im Wald zu Fuß erkunden. Der Spaziergang wird durch Sprünge in natürliche Becken unterbrochen. An der vom Gruppenleiter angezeigten Stelle stürzt sich jeder so kunstvoll, wie er kann, ins Wasser. Angst hat man schon ein bisschen, und Wasser schluckt man manchmal auch. Aber vor allem ist es ein Riesenspaß. Auf der Strecke kann man sich auch im Wasserfall-Abseilen versuchen. Mit einem Klettergurt gesichert und fest an der Felswand befestigt, krabbeln die Abenteurer wie Spinnen die wenigen Meter zum Wasser hinunter. Der Fluss, der von weitem so friedlich erschien, gibt seine ganze Kraft preis, wenn man erst einmal in die Strömung eingetaucht ist. Nicht umsonst hat das Wasser Jahr um Jahr die Felsen des Flussbetts ausgehöhlt. Von der Strömung poliert, sind einige so glatt geworden, dass sie als natürliche Rutschen dienen. In der vom Strom in den Felsen gegrabenen Mulde rutscht man einfach bis ins nächste Becken. Wildes Gelächter und Nervenkitzel vor einer traumhaften Kulisse ... Canyoning im Kenali-Fluss ist ein Ausflug, den man so schnell nicht vergisst.
Für wen ist Rafting oder Canyoning auf dem Kelani-Fluss möglich?
Für beide Aktivitäten sind keine besonderen Fähigkeiten oder Kenntnisse erforderlich.
Rafting ist schon ab 10 Jahren freigegeben. Auf dem Fluss gibt es drei Stromschnellen-Klassen. Je nach Erfahrung der Teilnehmer werden verschiedene Strecken angeboten. Die Ausflüge für Anfänger beschränken sich auf die einfachsten Flussabschnitte, während bei Fahrten für Fortgeschrittene schon einmal etwas eindrucksvollere Wasserfälle zu bewältigen sind. In jedem Fall ist keine besondere körperliche Kraft vonnöten.
Das Mindestalter für Canyoning kann bisweilen auf 14 Jahre heraufgesetzt werden, insbesondere für Ausflüge, bei denen Wasserfall-Abseilen auf dem Programm steht. Alle Detailinformationen zu den jeweiligen Aktivitäten teilt der Veranstalter den Teilnehmern im Vorhinein mit.