Kalpitiya, ein Paradies für Kitesurfer
Zwei Stunden nördlich von Colombo liegt versteckt in unberührter Natur das neue Traumziel von Kitesurfern aus aller Welt. Mit seinen Surfspots, die Surfanfänger und Surfprofis gleichermaßen begeistern, dem traditionellen Fischerdorf und seinen langen weißen Sandstränden wird Kalpitiya zum neuen Maßstab der internationalen Surfszene. Man sagt, wer auf dem Brett über das Wasser gleitet, lässt seine Ängste hinter sich. Es gibt keinen besseren Ort als diesen, um einmal auszuprobieren, ob das wahr ist.
Wasser, Wind und Wellen
Das Gelobte Land der Kitesurfer liegt zwischen einer Lagune und dem Indischen Ozean. Rund um das kleine Fischerdorf Kalpitiya wimmelt es nur so von traumhaften Spots. Hier gibt es fast das ganze Jahr über Wind. Zwischen Mai und Oktober liegt die Windstärke immer bei etwa 20 Knoten. Außerhalb dieser Zeit gibt es nur am Nachmittag Wind. Perfekte Voraussetzungen also, um diesen Sport, bei dem man sich zwischen Himmel und Meer bewegt, endlich einmal auszuprobieren und dabei rasch Fortschritte zu machen. Aber nicht nur Surfanfänger wagen sich hier auf das Wasser. Auch professionelle Kitesurfer trainieren gerne in den Lagunen. 2018 fand sogar der im Rahmen der internationalen Kiteboard Tour Asia in Asien ausgetragene Wettkampf in der Disziplin Asian Freestyle in Kalpitiya statt. Die weltbesten Surfer sind hier also schon auf ihren Brettern durch das Wasser geglitten.
Ein passender Spot für jeden Kitesurfer
Wer mit dem Surfen beginnt, liegt oft schneller wieder im Wasser, als er gerade aufgestanden ist. Aber es gibt ja auch noch die erfahrenen Surfer. Diejenigen, die schnell wie der Wind über das Wasser gleiten. Sie bringen den Schirm kurz nach dem Zenit in genau die richtige Position, in der sie mühelos abheben und genauso elegant wieder landen können. Anfänger und Fortgeschrittene auf der schier endlosen Wasserfläche zu beobachten ist faszinierend und beeindruckend.
Die Lagune von Kalpitiya ist der größte Surfspot in der Region. Auf der spiegelglatten Wasserfläche, über die hin und wieder leichte Windböen streichen, fühlen sich fortgeschrittene und weniger erfahrene Kitesurfer gleichermaßen wohl. Anfänger schätzen vor allem das ziemlich flache, 27°C warme Wasser und die Tatsache, dass es genug Platz für alle gibt und man anderen Surfern nicht so leicht in die Quere kommt. Unter diesen außergewöhnlichen Bedingungen stellen sich rasch erste Erfolge ein und die ersten Male auf dem Surfbrett machen besonders viel Spaß. Auf der anderen Seite der kleinen Düne geht die Lagune dann ins offene Meer über. Die hier herrschenden, technisch anspruchsvolleren Bedingungen sind wie gemacht für erfahrene Kitesurfer und Abenteurer.
An beinahe jedem Ort rund um das Fischerdorf kann man sofort auf das Brett steigen, und kein Spot gleicht dem anderen. Bereits am frühen Morgen fahren die Shuttelbusse der Surfcamps und -schulen am Strand entlang, um die Sportlerinnen und Sportler an ihr jeweiliges Tagesziel zu bringen. Der sonst so ruhige Donkey Spot, der normalerweise nicht mit nennenswerten Wellen aufwartet, verändert sich komplett, sobald der Wind auf 15 Knoten oder mehr auffrischt. Dann verlassen die mittelmäßigen Kitesurfer schnell das Wasser und überlassen den Spot den Profis. Bei diesem Wetter gehen die weniger erfahrenen Surfer lieber nach Puttalam, wo die weite Wasserfläche nicht ganz so ungeschützt ist. In Kappaldi ist das Wasser der Lagune nicht so tief und auch für unerfahrene Surfer geeignet. Kein Lüftchen kräuselt die Wasseroberfläche und auch der Untergrund ist so beschaffen, dass Surfanfänger ganz in Ruhe gefahrlos üben können.
Ein abgelegener Ort, der selbst unter Kitesurfern als Geheimtipp gilt, liegt nur eine Stunde von Kalpitiya entfernt. Nach einer kurzen Bootsfahrt unter der Sonne Sri Lankas kommt Vella Island in Sicht. An diesem schmalen weißen Sandstrand ist das Wasser spiegelglatt und der Wind weht kräftig und gleichmäßig vom Meer her. Aufgrund der perfekten Bedingungen und der Postkartenidylle liegt hier der beliebtestes Spot des Landes. Hier muss jeder Kitesurfer, der nach Sri Lanka kommt, einmal gewesen sein.
Ein typisch sri-lankisches Dorf
Lange bevor das Meer rund um Kalpitiya Kitesurfer aus aller Welt glücklich machte, sicherte es bereits den Lebensunterhalt der Menschen in diesem verschlafenen kleinen Dorf. Überall an dem langen Sandstrand liegen Fischerboote vertäut, die bei Sonnenaufgang hinaus auf das Meer fahren. Im ersten Licht des neues Tages brechen die Fischer in der Hoffnung auf Netze voller Fische und Krebse auf. In den Straßen begegnen sich Kinder und Dorfbewohner, die ihren Geschäften nachgehen. An diesem Ort, der viel mehr als nur eine Durchgangsstation ist, leben die Menschen einfach und noch so wie vor hunderten von Jahren. Nur Wale und Delfine gibt es hier nicht immer. Die großen Meeressäuger kommen nur zwischen November und März an die Küste. Wer möchte, sollte die Gelegenheit nutzen, um einmal mit Walen und Delfinen zu surfen.