Ein beliebtes Vermächtnis: die Teeplantagen
1824 importierten die Engländer eine Teepflanze von China nach Ceylon, um sie in den königlichen Gärten zu pflanzen. Aber erst 43 Jahre später gründete ein Schotte, Jack Taylor, in Kandy eine Plantage zu kommerziellen Zwecken!
Kandy, die Stadt mit dem Namen eines Bonbons, zweitgrößte Stadt des Landes und letzte Hauptstadt des Königreichs, ist das Tor zum Zentralgebirge Sri Lankas. Hier hält man sich gern ein Weilchen auf, unter anderem, um die Reliquie des Zahns von Buddha zu bewundern, bevor man sich in die grüne Farbpalette des Gebirges stürzt. Eine dreistündige Fahrt … vorausgesetzt, man hält nicht an. Und Sie müssen zugeben, dass das wirklich schade wäre. Warum also nicht den Zug nehmen? 4,5 Stunden für ca. 80 km. Aber immerhin 4,5 Stunden Zeit für eine spannende Entdeckungsreise zwischen Wasserfällen und Nadelwäldern, Klippen und Terrassen mit Reisfeldern und Teeplantagen. Jeder Bahnhof ist ein Vorwand, die bunte Menschenmenge zu fotografieren, die in einem gutmütigen Gedrängel ein- und aussteigt. Nanu Oya, Endstation. Nur noch wenige Kilometer bis Nuwara Eliya, in gewisser Weise die Hauptstadt des Pidurutalagala-Bergmassivs. Die Abende können hier, in der höchsten Stadt des Landes, etwas frisch sein: 1860 Meter! Sie sollten also besser einen Pullover mitnehmen – auch im Sommer. Das Erstaunlichste ist jedoch diese so britishAtmosphäre.
Herzlich willkommen in Little England
Das angenehm frische Klima von Nuwara Eliya machte aus der 1820 von Samuel Baker gegründeten Stadt schnell einen während der Sommermonate sehr beliebten Urlaubsort. Die Ortschaft wird im Übrigen immer noch „Little England“ genannt. Das bezeugen zahlreiche Gebäude aus der Kolonialzeit wie das majestätische Postamt aus roten Ziegelsteinen mit orangefarbenen Dachziegeln, das eher einem Herrenhaus als einer Post gleicht, oder das „Queen‘s Cottage“, heute eines der Ferienhäuser des sri-lankischen Präsidenten. Die Bank, die ursprünglich errichtet wurde, um den Teefarmern die Abwicklung ihrer Geschäfte zu erleichtern, ist noch immer eine Bank. Zwei Kirchen sind ebenfalls einen Umweg wert, Saint-Xavier, die ältere von beiden, und die Dreifaltigkeitskirche, die hübschere mit ihrem Holzdach und der größten Pfeifenorgel Südasiens. Viele Gebäude wurden restauriert, um aus ihnen Hotels mit sorgsam gekämmtem Rasen und sorgfältig gepflegten Gärten zu machen. Die Präsenz eines Golfplatzes und sogar einer Pferderennbahn kann uns nicht mehr schockieren! In dieser friedlichen Stadt würde etwas fehlen, wenn der Gregory-See nicht wäre, der 1873 auf Initiative des Gouverneurs angelegt wurde. Er ließ das Wasser eines Kanals umleiten, um die Stadt mit Elektrizität zu versorgen: zur damaligen Zeit ganz schön fortschrittlich! Heute wird der See vor allem für Bootsfahrten genutzt.
Von der Plantage in die Tasse
Und der Tee? Denn wenn man schon so hoch steigt, dann doch wohl, um mehr über die Plantagen zu erfahren. Man sollte bei Sonnenaufgang aufstehen. Zunächst einmal, um den Sonnenaufgang zu bewundern. Dann, um den Tanz der traditionell tamilischen Pflückerinnen in ihren bunten Saris vor dem Hintergrund eines Meers aus Grüntönen zu beobachten. Mit einem Sack auf dem Rücken ernten sie über die Sträucher gebeugt von Hand nur die obersten Blätter. Und das mit atemberaubender Schnelligkeit! Eine ebenso präzise wie beschwerliche Arbeit unter dem wachsamen Blick eines Vorarbeiters. Einige der Fabriken der Region können besichtigt werden. Man sagt, dass in Nuwara Eliya aufgrund der Höhenlage die feinsten Tees produziert werden ... Aber je rudimentärer die Fabrik erscheint, desto besser sieht man das Herstellungsverfahren, von der Trocknung bis zur Verpackung! Jedoch ist es mit den Tees genauso wie mit allen anderen Nahrungsmitteln, die exportiert werden: Die besten Tees gehen ins Ausland ... Und Sri Lanka ist der weltweit vierte Teeproduzent. Jetzt bleibt Ihnen nur noch, in den Ort zurückzukehren, um einen so köstlichen Tee zu trinken, wie man ihn in England zur Tea Time genießt!